Die Fraktion der Freien Wähler hat am 9.5.2019 den folgenden Antrag zur Beauftragung eines Zweitgutachtens Verkehrsplanung im Bereich Elbenplatz / Wolfgang-Brumme-Allee an den Vorsitzenden des Gemeinderates Herrn Oberbürgermeister Dr. Belz eingereicht:

Der Gemeinderat möge beschließen:

Die Stadtverwaltung wird beauftragt, ein Zweitgutachten zur Verkehrsberechnung im Bereich Elbenplatz/Wolfgang-Brumme-Allee einzuholen. Dies muss geschehen, bevor bauliche Veränderungen in diesem Bereich durchgeführt werden. Dies kann parallel zum vorgeschlagenen Testlauf erfolgen. Er nach Vorliegen der Ergebnisse dürfen die Planungen endgültig umgesetzt werden.

Dem Gemeinderat werden unabhängig davon neue Verkehrsgutachter vorgestellt. Künftig sollen diese alle 10 Jahre gewechselt werden.

Begründung:

In den nächsten Jahren stehen umfangreiche Straßenarbeiten in und um Böblingen an. Auch während der Bauzeit der A81 sollte nach Möglichkeit vermieden werden, dass der inner-städtische Verkehr regelmäßig zum Erliegen kommt.

Das Planungsbüro Modus Consult ist bereits seit dem Jahr 2007 mit den meisten inner-städtischen Verkehrsuntersuchungen beauftragt. Hierdurch konnten einige Projekte umgesetzt werden, wie beispielsweise die Sanierung der Calwer Straße, der Ausbau des Thermalbadknotens oder die beiden Kreisverkehre an der Wolfgang-Brumme-Allee. Auch im Rahmen des Großprojekts „Masterplan Schlossbergring“ wurde das Planungsbüro damit beauftragt, Verkehrsflüsse zu untersuchen. Hierdurch entstand die Idee, die Stadtgraben-straße in Richtung Elbenplatz in eine reine Rechtsabbiegespur umzufunktionieren und die Herrenberger Straße im Bereich zwischen Parkstraße und Calwer Straße umzugestalten.

Während der Ausschussberatungen wurde deutlich, dass es teilweise Zweifel an der reibungslosen und sinnvollen Umsetzung dieser Planungen gibt. Der Elbenplatz verbindet die Hauptverkehrsachsen in Böblingen und hat somit verkehrlich eine regionale Bedeutung (vgl. Erhebung Modus Consult aus dem Jahr 2007). Sobald eine starke Einschränkung der Kreuzungsmöglichkeiten besteht, wird die verkehrliche innerstädtische Belastung durch Staugefahr maßgeblich erhöht. Bereits heute ist die Verbindung Wolfgang-Brumme-Allee – Elbenplatz zu den Stoßzeiten regelmäßig überlastet. Daher besteht die Gefahr, dass die Aufenthaltsqualität am Schlossbergring durch die Maßnahmen sogar verschlechtert wird.

Diese Annahmen gründen auf der Tatsache, dass die Erhebung von Modus Consult (2007) davon ausging, dass die Bevölkerung in der Region Stuttgart rückläufig sein wird. Da dies jedoch nicht eingetroffen ist, sondern Böblingen bevölkerungsreicher denn je ist, werden Rückbaumaßnahmen an Hauptverkehrsachsen ggf. nicht mehr den gewünschten Effekt bringen.

Aus diesem Grund soll vor der Umsetzung der Maßnahmen ein Zweitgutachten eingeholt werden. Um die Kosten zu begrenzen und zu einem schnellen Ergebnis zu kommen, kann auf bestehende Daten für das aktuelle Vorhaben am Elbenplatz zurückgegriffen werden, sowie dies aus Sicht des Zweitgutachters Sinn macht. Die Verwaltung soll einen Vorschlag für eine sinnvolle Kostenobergrenze für dieses Zweitgutachten machen.

Da sämtliche verkehrliche Gutachten der Stadt nicht über einige Jahre hinweg von einem einzelnen Beratungsbüro erstellt werden sollten, soll künftig soll nach einem Zeitraum von zehn Jahren eine Neuausschreibung in diesem Bereich stattfinden. Die Verwaltung wird um entsprechende Vorschläge gebeten.

Erst mit vorliegen des Testlaufs und des zweiten Gutachtens, das möglicherweise alternative Verkehrsflüsse vorschlägt, sollen die Verkehrsplanungen im Bereich Elbenplatz endgültig umgesetzt werden.

Unterschrieben ist der Antrag von den Fraktionsmitgliedern der Freien Wähler, Daniel Wengenroth, Janina Dinkelaker, Jutta Jach, Ingrid Stauss, Max Nowak und Ralf Sklarski.


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