Wenn ich mit Freunden aus Stuttgart durch Böblingen spaziere, bleibt ein Ort nie aus: Der Böblinger Stadtgarten. Die beiden Seen und die anschließende Grünfläche bis hin zum Baumoval sind ein Stück unserer Stadt, das wirklich se(h)enswert ist. Das sehen nicht nur Böblinger so, sondern auch unsere Gäste.

 

Seit der Landesgartenschau 1996 ist zwar schon fast ein Vierteljahrhundert vergangen, doch die damals realisierten Projekte wurden nicht zu Unrecht mit Architekturpreisen ausgezeichnet. Noch heute profitiert die Böblinger Bevölkerung von der Umgestaltung. Im Rahmen der Gartenschau wurden unter anderem Holzbrücken gebaut, die über den Murkenbach führen. Eine davon, die Brücke, die den Stadtgarten mit dem Baumoval verbindet, wurde im Herbst gesperrt. Sie ist abrissreif. In der letzten Ausschusssitzung wurde erläutert, dass ein Ersatzbauwerk bis zu 250.000 Euro kosten könnte. Wegen der hohen Kosten präferiert die Verwaltung, dass die Brücke als Fußgänger- und Fahrradweg ersetzt wird und dieser stattdessen, sozusagen im Zick-Zack, versetzt verläuft.

 

Brücke als attraktive Verbindung zwischen Stadtgarten und Baumoval

Es handelt sich hier sicherlich um eine politische Entscheidung, die im Gemeinderat diskutiert werden muss. Jedoch sollte unsere grüne Mitte uns Investitionen wert sein. Täglich nutzen Bürgerinnen und Bürger die Wege als Abkürzung, zur Erholung und zum Sport. Schöne und intakte Brücken, Spielplätze oder Wege werten die Umgebung auf und regen zur Nutzung an. Auch das Baumoval bietet Potenzial, das derzeit nicht voll ausgeschöpft wird. Hierüber wird in den kommenden Jahren sicherlich diskutiert werden. Die Brücke als attraktive Verbindung zwischen Stadtgarten und Baumoval spielt in diese Überlegungen bereits mit hinein. Und weitere Brücken der Landesgartenschau, wie die Verbindung zwischen Mönchweg und Uferstraße oder vom Stadtgarten zum Spielplatz Brunnenstraße werden schon bald sanierungsbedürftig sein. Auch hier ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung des Bauwerks meiner Meinung nach wünschenswert.

 

 

 

 

 

 

„Soft Facts“ der Stadt nicht aus den Augen verlieren

Wo wir schon über die Aufwertung des Stadtgartens sprechen: Wer in den vergangenen Tagen an den Seen entlangspaziert ist, wird bemerkt haben, dass die Gänse diesen wieder bevölkern. Im vergangenen Jahr hatte das Gremium beschlossen, dass zügig gehandelt werden sollte, damit sich die Population nicht weiter erhöht. Dies wurde bisher versäumt. Nun stellt sich die Frage, ob zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch Handlungsmöglichkeiten bestehen oder ob Maßnahmen aus Artenschutzgründen erst im kommenden Winter umgesetzt werden können. In diesem Fall muss die Verwaltung für ihr spätes Handeln geradestehen und für die Sauberkeit der Spazierwege und Spielplätze sorgen.

Insgesamt gilt: Auch, wenn es in Böblingen seit langem viele Baustellen gibt, und die Verwaltung hier stark gefordert ist, sollten die „soft facts“ der Stadt nicht aus den Augen verloren werden. Brücken sollten nicht so lange vergammeln, bis sie einsturzgefährdet sind und Gänsepopulationen sollten sich möglicherweise nicht uneingeschränkt mitten im Stadtgebiet vermehren können. Insgesamt bin ich der Meinung: ja, Investitionen in den Stadtgarten sind sinnvoll. Er sollte uns etwas wert sein, denn er ist Aushängeschild und Erholungsmöglichkeit für die ganze Stadt und über die Stadtgrenze hinaus.

Mich interessiert Ihre Meinung! Schreiben Sie mir gerne: janina.dinkelaker@stadtrat-boeblingen.de.

Für die Fraktion Freie Wähler

Janina Dinkelaker


Druckansicht dieses Artikels Druckansicht dieses Artikels