Nach einem Jahr seit dem Ausbruch der Pandemie ist auch die Stadt Böblingen massiv herausgefordert. Die Innenstadt steht vor einem gewaltigen Umbruch, denn durch den stetig wachsenden   Online-Handel und möglichen Geschäftsschließungen, wird sich das Gesicht unserer Stadt nachhaltig verändern. Dies führt unweigerlich zum Ausbluten, einem Attraktivitätsverlust, sowie zu wirtschaftlichen Einbußen. Wege aus dieser Krise um unsere Stadt vital und lebenswert zu erhalten, erfordern Entscheidungen, um Böblingen als Ort der Nutzungsvielfalt, Kommunikation und Lebensqualität zu stärken.

Einige Maßnahmen dazu sind bereits auf den Weg gebracht. Dazu zählen der Umbau rund um den Elbenplatz. Das ist eine große Herausforderung und ein massiver Einschnitt in die Infrastruktur und die gewohnten Verkehrswege. Trotz Verkehrsgutachten, das dem Gemeinderat in einer Simulation die Machbarkeit plausibel machen sollte, hat dies zu falschen Ergebnissen geführt. Die Forderung der Freien Wähler nach einem Testlauf für die Stadtgrabenstraße wurde abgelehnt. Die verkehrlichen Maßnahmen sind aber nur ein Aspekt aus dem Masterplan Schloßberg. Darüber hinaus muss es gelingen Böblingen an den Erfordernissen von Nachhaltigkeit und Klimaschutz auszurichten und umzubauen. Die Innenstadt muss lebendiger werden. Orte der Begegnung mit mehr Aufenthaltsqualität sollen entstehen. Verkehrsberuhigte Bereiche wären dazu eine gute Lösung. Ein Umdenken ist notwendig. Dazu brauchen wir verlässliche Planungen.

Aber wie können zukünftige Aufgaben, bei sinkenden Steuereinnahmen bewältigt werden?

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die kommunalen Haushalte sind dramatisch. Noch weiß niemand endgültig, wie stark das Böblingen treffen wird. Die Sanierung von Kindergärten, Schulen und Rathaus darf nicht verzögert werden. Der Autobahnausbau steht an und erfordert eine zügige Anpassung der Straßen -und Verkehrsführungen. Die Erreichbarkeit der Geschäfte muss gewährleistet sein. Die Staus führen jetzt schon an vielen Stellen zu großem Unmut. Darum muss es dem Baustellenmanagement gelingen eine bessere Kommunikation zu den BürgerInnen aufzubauen. Das ist eine große Aufgabe, aber zu schaffen!

Was wäre Böblingen in dieser Krise ohne das Ehrenamt?

Die Hilfsangebote in Böblingen durch das Ehrenamt und die städtischen Angebote waren und sind vielfältig. Die Kreativität durch digitale Angebote ist erstaunlich und haben gezeigt, was alles machbar ist. Digitales Lernen, Musizieren, Museumsführungen, Sportangebote, Gottesdienste und vieles mehr sind heute möglich. Die Schnelltests mit dem „Böblinger Modell“ klappen dank privater und kommunaler Unterstützung hier besser als anderswo. Die Testcenter funktionieren, aber was fehlt, ist der Impfstoff! Viele überregionale Entscheidungen sind zunehmend unverständlich. Den Menschen, aber auch der Wirtschaft, kann nicht zugemutet werden auf unbestimmte Zeit weiter im Lockdown zu verharren. Das spaltet und ist gesellschaftlich kaum durchzuhalten. Die Pandemie darf uns nicht lähmen. Mit den beschlossenen Maßnahmen, wie Gratisparken, Gutscheinaktionen und freiem Eintritt in die Museen werden positive Zeichen gesetzt!

 

Notwendige Prioritäten müssen mit dem „Kompass für Böblingen“ erarbeitet werden und das Stadtleitbild unter Beteiligung der Bürgerschaft wird fortgeschrieben.

Ich wünsche mir noch mehr „Böblinger Modelle“. Improvisieren ist besser als nichts zu tun. Wir sollten etwas von der Qualität bewahren, die uns die Ruhe der letzten Monate auferlegt hat und immer wieder neu denken.  Denken Sie mit!

 

Ingrid.Stauss@stadtrat-boeblingen.de

Freie Wähler Böblingen