Die Neugestaltung des Elbenplatzes, die neue Verkehrsführung in der Stadtgrabenstraße, das Konzept zur Belebung des Schlossberges:
Das sind Themen, welche die Böblinger Bürger*innen seit Jahren beschäftigen und zu vielen kontroversen Diskussionen geführt haben. Die Stadtverwaltung und der Gemeinderat wurden im Vorfeld und während der Bauphase kritisiert, ja sogar angefeindet. Nun ist der Elbenplatz samt der neuen Verkehrsführung seit einigen Wochen in Betrieb, und siehe da, der Verkehr fließt. Viel besser, als es von vielen Kritikern befürchtet wurde. Die erhoffte Beruhigung  in der Stadtgrabenstraße ist eingetreten und die ansässigen Gastronomen haben den Platz für sich erobert. Stück für Stück entsteht ein neues Lebensgefühl.

Der Mut, eine umstrittene Entscheidung zu fällen, wurde belohnt. Die Stadtmitte gewinnt an Attraktivität und die Böblinger Bevölkerung nimmt die Angebote von Gastronomie und Handel gerne an. Natürlich sitzt man in der Stadtmitte nicht im Grünen und das Motorengeräusch allgegenwärtig. Dennoch sind an sonnigen Tagen die Tische am Elbenplatz, am Postplatz und in der Stadtgrabenstraße besetzt. Und so manche Nachbargemeinde, in der die Belebung der Innenstadt bzw. des Ortskernes eher schleppend läuft, schaut mit einem gewissen Neid in Richtung Böblingen. Es wird Zeit, dass die Böblinger*innen beginnen, ihre Stadt mehr zu mögen und die positiven Entwicklungen stärker zu gewichten. Die Menschen, die in einer Stadt leben, machen es am Ende aus, wie lebenswert eine Stadt ist. Große Baustellen und somit auch Verkehrsbehinderungen werden uns noch viele Jahre begleiten. Aber nicht einfach nur weil „noch mehr Radwege gebaut“ werden (diese ewige Kritik greift zu kurz und ignoriert viele andere Entwicklungen in Böblingen).

Es werden in den nächsten Jahren im Stadtzentrum neue Wohnquartiere entstehen. Dringend benötigter Wohnraum wird, unter anderem von der BBG, gebaut. Nicht nur exklusive Eigentumswohnungen, sondern auch städtisch und staatlich geförderte Wohnungen. Doch solche großen Projekte können nicht ohne Eingriffe in den Straßenverkehr realisiert werden. Und man kann auch nicht eins nach dem anderen machen, so wie von Vielen gefordert. Dazu gibt es zu viele Bauprojekte. Welcher Bauherr möchte denn zehn Jahre auf die Erteilung eine Baugenehmigung warten, damit erst alle anderen Baustellen in der Stadt fertig gestellt sind? Und auch der

Ausbau der A81 wird uns in den nächsten Jahren viel abverlangen. Am letzten Wochenende haben wir einen ersten Vorgeschmack davon bekommen. Doch auch dieses Projekt ist nicht die spinnerte Idee von ein paar Schreibtischtätern. Alle Autofahrer möchten auf gut ausgebauten Autobahnen reisen. Doch die damit verbundenen Baustellen empfinden wir als Zumutung?! Wer von uns ist noch nicht auf der Urlaubsreise in einem Stau von der Autobahn abgefahren und hat sich in die Blechlawine eingereiht, die sich in den Ferienwochen durch manche Ortschaften quält? Kein Problem, aber bitte nicht vor unserer Haustüre! Doch – auch vor unserer Haustüre. Der Ausbau der A81 ist dringend notwendig und seit vielen Jahren geplant und vorbereitet. Und der Deckel, der im Zuge des Ausbaus in Zukunft die Städte Böblingen und Sindelfingen vor dem Lärm der Fahrzeuge schützen soll, ist aus einem Bürgerbegehren entstanden. Von lärmgeplagten Bürger*innen eingefordert und nun wird für Bürger*innen gebaut! Ich bin und bleibe optimistisch, Böblingen entwickelt sich immer weiter zu einer Stadt mit Lebensqualität für seine Menschen. Für jene, welche jetzt schon hier leben und für jene, welche in Zukunft noch kommen.

Für die Fraktion Freie Wähler

Ihr Ralf Sklarski